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Ich, mein Garten und das Teilen und Vermehren.

Die Regengeister, die ich rief, haben ihr Können gezeigt. Reichlich! Alle Pflanzen, der Rasen, die Bäume stehen im statten Grün, die Regentonnen laufen über. Jetzt sollte es mal wieder... Oh, wir Gärtner!
Der Boden ist so wunderbar geschmeidig, ja fett und glänzend offenbart er sich.
Auf -den Spaten geschultert und ab in die Beete.


Der September kann ein arbeitsreicher Gartenmonat sein, wenn man Veränderungen will und -natürlich- auch Zeit hat: zweijährige Sommerblumen sollten jetzt an ihren endgültigen Platz kommen und falls der Plan für die Frühjahrsblüher schon steht, lockt die Septembererde Zwiebel von Krokussen, Schneeglöckchen, Tulpen und vielem mehr.
In jedem Herbst verführen mich nicht nur die Angebote im Gartencenter und Katalog, nein, der Verbrauch und Verschließ an Zwiebeln in meinem Garten ist unendlich, auch dank meinen Mitbewohnern aus der Wühlmaus-Großfamilie.
Ich greife zum Spaten und auf  zum Teilen und Verpflanzen. Die Gartenspezialisten raten zu zwei günstigen Zeiten im Jahresverlauf. Das zeitige Frühjahr, wenn die ersten Triebe sich zeigen und die noch warmen Tage in September. Wenn's nach meinem Gärtnerinnen Wohlbefinden geht, wähle ich die noch herrlichen sonnigen, den Rücken schmeichelnden Tage im September.

Die Verjüngungskur der Pflanzen, vor Allen der Stauden, beginnt brutal. Die Schönheitschirurgen scheinen ähnlich vorzugehen. Auch sie brauchen gutes Werkzeug; ich einen scharfen Spaten, eine Grabegabel liegt bereit und ein altes Brot- und Küchenmesser tut bei mir den Dienst eines Staudenmessers. Ausgraben, freilegen, trennen, Altes entfernen, putzen, Abschneiden und von Vorn. Mitunter muss auch der Mann mit der kleinen Axt unterstützend mitwirken, wenn es zu holzig zugeht. Mit den Jahren kenne ich meine Pflanzen und einen Blick für die Stauden, die nach Verjüngung lechzen. Doch, ehrlich gesagt, mir fällt die Begrenzung der üppigen Pflanzen schwer. Aber mein kleiner Garten schreit nach tatkräftigem Einschreiten und überhaupt,  der Lohn zeigt sich spätestens im nächsten oder übernächsten Jahr. Kräftiger Wuchs und eine reichliche Blüte erfreut dann das Auge. Außerdem gibt es manchen Abnehmer für Übergebliebenes. Sei es auf dem Staudenflohmarkt, im Garten der neuen Kita -Achtung keine Giftpflanzen!- oder einfach mit "Umsonst"-Zettel an den Straßenrand gestellt. Oder doch noch wieder ein wenig weniger Rasen und ein neues Beet!?
Auf - den Spaten geschultert!

Gudrun Reher, 04.09.10

Gudrun

Gudrun Reher ist freie Journalistin, Buchautorin, Sozialarbeiterin und passionierte Hobbygärtnerin. Sie wohnt in Hamburg und bewirtschaftet einen Garten im ca. 180 km entferntem Angeln nahe der Flensburger Förde.