Wasser im Garten darf nicht fehlen. Kommt's von oben, angemessen sanft, füllt sich die Regentonne, freut sich der Gärtner. Wasser von unten?! Ein schwieriges, umfangreiches Angehen: Dränagen und Kiesaufschüttungen können teuer werden. Den meisten Pflanzen bekommt es gar nicht mit den Wurzeln im Feuchten zu stehen.
In meinem Garten, überschaubar und schon tüchtig zugewachsen, ist kein Platz für einen Teich oder gar einen Badeteich. Ein Holztrog hält ganz gut das Wasser und Wollgras und Binsen haben sich breit gemacht. Die Stumpfdotterblume ist verdrängt, leider. Aber im nächsten Frühjahr wird aufgeräumt, geteilt und nachgepflanzt. Zu meiner Freude gibt es bei den Nachbarn einen großen Badeteich und ich darf zum Schwimmen kommen.
Ich mag es eigentlich nicht verraten, aber dieses Schwimmen im Teich, rundherum die unterschiedlichsten Wasser- und Uferpflanzen, eine ab und an plätschernde Sprudelquelle, ein Stelldichein von Spatzen und Schwalben, weiches Wasser und mein Blick in einen sich immer veränderten, herrlichen sommerlichen Staudengarten, diese Wirkung lässt sich kaum mit entspannenden, friedvoll, ja bezaubernd Worten beschreiben. Die Ruhe und die Kraft des Wassers sind zugleich spürbar. Ich genieße - ohne Teilhabe an der Teichpflege zu haben. Algen wollen abgefischt, Pflanzen zurückgeschnitten werden. Bei großer Trockenheit muss auf den Wasserstand geachtet werden und sicher Vieles mehr... In diesem Fall bin ich eine echte Schwimmpflanze, königlich, ohne Verpflichtungen.
Gudrun Reher, 01.08.2011