In der Gärtnerei herrscht vor dem Wochenende Hochbetrieb. Freundliche Mitmenschen ohne Eile ziehen mit ihren Handwägelchen durchs Gelände. Sträucher und Bäume sind gefragt: Eine alte Birnensorte gesucht, sich für eine stattliche Eibe entschieden, ein in rosa Blüte stehender Zierstrauch aufgeladen. Bei den bunten Frühjahrblühern kommt keiner vorbei ohne zuzugreifen. Auffallend, dass ältere Herren zu den gelben Pflanzen greifen. Große Ladungen, wohl für Friedhof, Beet und Kübel, nur in Gelb, nicht lange überlegt. Ich staune. Frauen entscheiden sich für lila, blau und Rottöne, probieren ein Nebeneinander aus, verwerfen, stellen erneut zusammen. Ein flacher dunkler Weidenkorb wird probeweise mit kräftig leuchtenden Bergprimeln gefüllt, abgestellt, betrachtet und für gut befunden. Stiefmütter und Hornveilchen, Primeln und Maßliebchen, aber auch schon Vergissmeinnicht und Maiglöckchen locken den Gartenfreund. Vorgezogenen Tulpen und Narzissen sind natürlich im Angebot, für die, die im Herbst die Zwiebelpflanzzeit verpasst haben oder einfach jetzt schnell ein blühendes Ergebnis haben wollen.